neues deutschland veröffentlicht Interview mit WSWS-Chefredakteur David North

Von unserem Korrespondenten
4. Januar 2018

Die Tageszeitung neues deutschland hat am 3. Januar ein ganzseitiges Interview mit dem Chefredakteur der World Socialist Web Site und Vorsitzenden der amerikanischen Socialist Equality Party, David North, veröffentlicht.

Das Interview im nd

Das Interview trägt den Titel „Socialism is coming back“. Karlen Vesper, die seit 1982 für das nd schreibt, spricht darin mit dem langjährigen Führungsmitglied der trotzkistischen Bewegung über „ein Jahr Trump im Weißen Haus, die Krise des Kapitalismus und die Rückkehr des Sozialismus“.

Das nd hat eine verkaufte Auflage von 25.600 Exemplaren. 90 Prozent davon gehen an Abonnenten mit Schwerpunkt im Osten Deutschlands, wo sie nach eigenen Angaben „die am meisten verbreitete und gelesene überregionale Tageszeitung“ ist. Sie steht der Linkspartei nahe, die redaktionelle Linie wird aber nicht direkt von dieser bestimmt.

Ein großer Teil des Interviews befasst sich mit der Lage in den USA unter Donald Trump. Um das Phänomen Trump zu verstehen, erklärt North, müsse man „die tiefe politische und ökonomische Krise in den USA sehen, die gravierenden sozialen Widersprüche, die Enttäuschung und Desillusionierung vieler Amerikaner“.

Trump sei „nicht vom Himmel gefallen“. Er verkörpere „eine Kreuzung aus allen kriminellen und unmoralischen Eigenschaften und Machenschaften der Immobilien-, Finanz-, Glücksspiel- und Unterhaltungsbranche“, er sei „das wahre Gesicht der herrschenden Klasse“.

Auch in der Außenpolitik, so North, stehe „Trumps Politik für einen heftigen Rechtsruck der kapitalistischen Eliten“, wobei sich die Außenpolitik der Republikaner und Demokraten kaum unterscheide.

Das jüngste außenpolitische Strategiepapier der Trump-Administration, das China und Russland „rivalisierende Mächte“ nennt, bezeichnet North als „neue Stufe der Eskalation in der US-Politik“. Bereits der National Defense Authorization Act von 1992 habe erklärt, „die USA würden das Aufkommen von neuen Rivalen nicht akzeptieren, keiner Macht erlauben, in irgendeiner Weise für Amerika eine politische, ökonomische oder militärischen Herausforderungen zu werden“. Die Terroranschläge des 11. September 2001 hätten dann als „willkommener Vorwand“ gedient, „jedem Land mit Einmarsch, mit Krieg zu drohen“.

Im letzte Teil des Interviews geht David North auf die Bedeutung der Russischen Revolution vor hundert Jahren ein. Er betont, dass die Sowjetunion 1991 nicht kollabiert, sondern „von der stalinistischen Bürokratie abgewickelt“ worden sei. Seither „erleben wir eine Eruption sozialer Ungleichheit, Kriege sind ein Dauerzustand, der militärisch-industrielle Komplex schwillt weiter an und soziale Errungenschaften werden abgebaut“. Das werfe Interesse an der Frage auf, „wie es zur Russischen Revolution gekommen ist“.

„Wegen der Kriegsmüdigkeit und Erschöpfung, der Reformunfähigkeit des alten Systems und der Empörung der Massen“, antwortet North. „1917 war kein Betriebsunfall. Und mit dem Ende der UdSSR wurde weder die Russische Revolution noch die marxistische Theorie widerlegt.“ Die Oktoberrevolution habe „inmitten der Schlächterei eines Weltkrieges“ den Beweis dafür erbracht, „dass eine Welt jenseits des Kapitalismus, ohne Ausbeutung und Krieg, möglich ist“.

Das Interview endet mit den Worten: „Ich prophezeie Ihnen: Socialism ist coming back. Sozialismus kommt wieder.“

Am 25. November hatte Karlen Vesper im neuen deutschland bereits das von David North herausgegebene Buch „Warum die Russische Revolution studieren“ empfohlen, das im Mehring Verlag erschienen ist.

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