Vierzig Jahre Castro

Die Sackgasse des kleinbürgerlichen Nationalismus

Von Bill Vann
5. Februar 1999

Zum Jahreswechsel feierte Fidel Castro den vierzigsten Jahrestag seiner Machteroberung. Er hat acht amerikanische Präsidenten überdauert. Sie alle haben versucht, seine Regierung militärisch, durch vom CIA organisierte Subversion, wirtschaftlichen Druck oder direkt durch die Ermordung des kubanischen Präsidenten zu stürzen.

Hätte irgend jemand im amerikanischen außenpolitischen Establishment eine solche Langlebigkeit der Herrschaft Castros für möglich gehalten? Washington hatte zwar den Sturz der Batista-Diktatur halbherzig begrüßt, die Guerillaführer aber unverzüglich wissen lassen, daß es 90 Meilen vor der US-Küste auch nicht die mildesten nationalen Reformen dulden werde.

Begrenzte Maßnahmen im Rahmen einer Landreform im ersten Regierungsjahr beantworteten die USA mit Drohungen und Forderungen nach sofortiger und vollständiger Entschädigung in bar, was der kubanischen Regierung völlig unmöglich war. Washingtons Politik bestand darin, die kubanische Wirtschaft so lange unter Druck zu setzen, bis Castro entweder klein beigäbe oder gestürzt sei. Angesichts der bei den kubanischen Massen geweckten Erwartungen sah sich Castro gezwungen, den Diktaten der USA die Stirn zu bieten und einen Kurs einzuschlagen, der in der weitgehenden Enteignung des ausländischen und inländischen Kapitals und in der Hinwendung zum Sowjetblock gipfelte.

Die Antwort der USA kam schnell und unmißverständlich. Die CIA bereitete eine Invasion nach dem Muster des Unternehmens vor, das 1954 den guatemaltekischen Präsidenten Jacobo Arbenz schnell wieder gestürzt hatte. Ähnliche Pläne wurden für die Ermordung Castros ausgeheckt.

Die Invasion in der Schweinebucht vom April 1961 brachte dem US-Imperialismus eine erniedrigende Niederlage ein. Die Mordanschläge, von denen mehrere in Zusammenarbeit mit Mafiagangstern ausgearbeitet wurden, blieben gleichermaßen erfolglos.

Nach dem Ende der Kuba-Krise vom Oktober 1962 versprachen die USA Moskau offiziell, alle Pläne für eine Invasion der Insel aufzugeben. Aber die Mordanschläge wurden im Rahmen der CIA Operation "Mongoose" fortgesetzt - von explodierenden Wassergranaten über vergiftete Tauchanzüge bis zu vergifteten Kugelschreibern - ebenso Wirtschaftssabotage, wie zum Beispiel die Verbreitung von Viruskrankheiten unter kubanischen Viehherden.

Allen Anstrengungen der CIA zum Trotz überdauerte Castro die Diktatoren Trujillo in der Dominikanischen Republik, Duvalier in Haiti und die ganzen Militärdiktatoren, die in den 60er und 70er Jahren mit der Unterstützung der USA an die Macht gekommen waren. Nur die Diktatur der Somoza-Dynastie in Nicaragua dauerte - bis jetzt - mit 42 Jahren länger.

So wie Washington nicht in der Lage gewesen war, die Langlebigkeit des kubanischen Regimes vorherzusehen, sowenig waren die glühendsten Verehrer Castros in der Lage, sein Schicksal vorherzusehen. Einige der kriecherischsten Anbeter Fidels sehen den vierzigsten Jahrestag als einen weiteren Beweis des Genies des großen Führers und seiner einzigartigen Fähigkeit, die Bedürfnisse und Wünsche des kubanischen Volkes auszudrücken.

Nur ein Zyniker oder jemand, der menschlichen Leiden und Opfern gleichgültig gegenübersteht, könnte den Heroismus des kubanischen Volkes angesichts von vier Jahrzehnten amerikanischer Aggression leugnen. Aber es war ein ganz bestimmter sozialer Typus, der von der Sache Kubas angezogen wurde - weniger aus Sympathie für die kubanischen Arbeiter und Bauern, als aus Faszination über Castro als "großen Mann".

Nicht wenige kleinbürgerliche Intellektuelle finden Trost in Fidels Rolle als Übervater, der die Massen anleitet und kontrolliert, belohnt und bestraft, und mit seinen weithin bekannten persönlichen Interventionen den einen oder anderen schreienden und unerträglichen Mangel der kubanischen Gesellschaft "bereinigt". Typisch für diese Schule ist ein kürzlich in einer lateinamerikanischen kleinbürgerlich-radikalen Zeitung veröffentlichter Artikel, der das Castro-Regime als "einen brillanten, ja ruhmvollen Kampf" beschrieb, die "Unabhängigkeit und Würde Lateinamerikas nur 90 Meilen vor der Küste des Reichs zu wahren."

Dieses Bild von Kuba als einer Insel der Unabhängigkeit in einem Meer lateinamerikanischer Integration in einen von US-Banken und -Multis beherrschten Weltmarkt ist alles, was von dieser soziopolitischen Schicht übriggeblieben ist. In dem Jahrzehnt nach Castros Machteroberung waren die Hoffnungen in Castros Regierung viel weitgehender gewesen; diese Illusionen forderten aber auch einen hohen Preis.

Castros politisches Erbe

Damals jubelten die kleinbürgerlichen Nationalisten des ganzen Kontinents die Ereignisse auf Kuba als den Beginn eines neuen Weges hoch, der es kleinen bewaffneten Banden erlaube, mittels des bewaffneten Kampfs eine soziale Revolution zu verwirklichen. Die aktive, gar bewußte Intervention der Arbeiterklasse war keine notwendige Voraussetzung mehr für den Sieg über den Imperialismus und den Sturz des Kapitalismus. Selbst die Bauernschaft, die von Anhängern Castros als der revolutionärste Teil der Unterdrückten entdeckt worden war, wurde zu einer mehr oder weniger passiven Rolle als Zuschauer der heroischen Taten der Guerilleros verdammt.

Selbst ein Teil der trotzkistischen Weltbewegung nahm Castros Strategie zum Vorwand, um dem Kampf, eine revolutionäre Partei der Arbeiterklasse aufzubauen, aus dem Wege zu gehen - obwohl diese Bewegung doch gerade im Kampf gegen den Versuch des Stalinismus gegründet worden war, die Arbeiterklasse den Bündnissen der Moskauer Bürokratie mit verschiedenen Teilen der Bourgeoisie, auch den Nationalisten in den Kolonialländern, unterzuordnen.

Die Ergebnisse waren verheerend. Von Che Guevaras tödlichem Abenteuer in Bolivien bis zur Bekehrung ehemaliger Trotzkisten in Argentinien und Uruguay zur Stadtguerilla, die sogar Entführungen und Banküberfälle organisierte, erwies sich der kubanische Weg als Sackgasse. Er führte lediglich dazu, daß eine Generation revolutionär gesinnter Jugendlicher von der Arbeiterklasse abgeschnitten wurde, Massen von Arbeitern politisch desorientiert wurden und dadurch nicht in der Lage waren, das Militär an der Errichtung von Diktaturen und brutalen Unterdrückungsmaßnahmen zu hindern.

Das schlimmste war, daß die revolutionären Kader der Vierten Internationale genau zu dem Zeitpunkt liquidiert wurden, als die lateinamerikanischen Arbeiter große Kämpfe führten: in Argentinien fand 1969 der sogenannte Cordobazo statt, und die chilenischen Arbeiter versuchten mehrfach, der Zwangsjacke der Volksfrontpolitik unter Allende zu entkommen.

Als Verbündeter der Sowjetblocks und im Interesse der Stabilität seines eigenen Regimes versuchte Castro mit der gleichen lateinamerikanischen Bourgeoisie anzubandeln, die seine Gefolgsleute zu stürzen versuchten. In Peru, Ecuador und anderen Ländern ging das so weit zu behaupten, daß selbst das von den USA ausgebildete Militär zum Motor gesellschaftlichen Fortschritts werden könne. In Mexiko war Castro bereit, der herrschenden PRI das Massaker an den Studenten von 1968 und die Unterdrückung seiner Anhänger im eigenen Land zu verzeihen, solange das mexikanische Regime diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen mit Kuba aufrechterhielt.

Die durch die Wendung zum Guerillakampf vorbereiteten Niederlagen der Arbeiterklasse führten zusammen mit Castros Realpolitik in Lateinamerika zu einem Scheitern der sozialen Revolution und zu einer dauerhaften Isolation der kubanischen Revolution.

Innenpolitisch hatte das Castro-Regime 1970 nach dem Scheitern der Massenmobilierung für eine Zuckerernte von 10 Millionen Tonnen sein utopisches Ziel einer unabhängigen sozialistischen Entwicklung aufgegeben. Es ordnete Kubas Wirtschaft dem Sowjetblock unter, wodurch in mancherlei Hinsicht die wirtschaftlichen Beziehungen zum US-Imperialismus von vor 1959 reproduziert wurden - wenn auch mit günstigeren Bedingungen. Kuba war Exporteur von Zucker und einigen anderen Rohstoffen und importierte dafür Technologie und Industrieprodukte aus der UdSSR und Osteuropa.

Mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Zusammenbruch der Sowjetunion verlor Kuba drei bis vier Mrd. Dollar an direkter sowjetischer Hilfe sowie den Absatzmarkt für mehr als 80% seiner Exporte. Für das Land begann in der Diktion des Castro Regimes eine "besondere Periode". Sie ist charakterisiert von einer immer weitergehenden Öffnung des Landes für kapitalistische Investitionen und einer zunehmend knapperen Rationierung von Waren des Grundbedarfs für die Masse der arbeitenden Bevölkerung Kubas.

Wachsende soziale Ungleichheit

Die Medien haben in zahllosen Berichten über die Nöte der Menschen in Kuba berichtet, die keinen Zugang zu Dollars haben, die ihnen entweder von Verwandten im Ausland geschickt werden, oder die sie am Rande der boomenden Tourismusindustrie und ihrer verbotenen Begleiterscheinungen Prostitution und Verbrechen verdienen. Die wachsende soziale Ungleichheit zwischen denen, die Zugang zu Dollars haben und denen, die keine haben, ist ausführlich dokumentiert.

Die meisten dieser Berichte sind durch und durch heuchlerisch. Die Autoren und ihre Publikationen denken überhaupt nicht daran zu berichten, daß sich mit der Verschlechterung der Lebensbedingungen die Lage in Kuba einfach mehr und mehr der Lage im übrigen Lateinamerika angleicht — mit der ganzen Armut, der Ungleichheit und dem Leiden, das der Kapitalismus dem Kontinent seit Jahrhunderten gebracht hat. Niemand vergleicht die Lebensbedingungen der kubanischen Arbeiter mit denen der Arbeiter in der Dominikanischen Republik, Brasilien oder Mexiko. Armut und Unterdrückung in diesen Ländern wird einfach als selbstverständlich angenommen.

Castros vierzigjährige Herrschaft läßt sich nicht einfach durch politische Unterdrückung erklären, obwohl in der Tat sein Regime gegen alle Äußerungen politischer Opposition gnadenlos vorgegangen ist, insbesondere gegen Anzeichen revolutionärer Opposition aus der Arbeiterklasse. Genausowenig kann sie allein Castros Fähigkeit zugeschrieben werden, den kalten Krieg zwischen dem US-Imperialismus und der sowjetischen Bürokratie cleverer ausgenützt zu haben, als andere bürgerlich-nationalistische Führer seiner Ära.

Natürlich erreichte Castros nationalistisches Regime nicht den Sozialismus. Das war auch nicht möglich. Aber es brachte dem kubanischen Volk doch merkliche soziale Verbesserungen und verringerte die groteske soziale Ungleichheit und die nationale Unterdrückung, wie sie in Kuba in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts geherrscht hatten.

Außerdem kam Castro die Politik seiner Feinde zugute. Nur wenigen in Kuba konnte ein Triumph von Washingtons Politik der wirtschaftlicher Erdrosselung oder die Rückkehr der exilierten kubanischen Bourgeoisie mit ihren Organisationen wie der kubanischen Nationalstiftung und terroristischen Agenturen anziehend erscheinen. Die kubanische Wirtschaftsmafia, die in Miami und New Jersey in den Startlöchern für die Rückkehr steht, hat kein Geheimnis daraus gemacht, daß sie bei ihrer Machtübernahme als erstes ein Blutbad anrichten würde, bevor sie daran ginge, die alten Verhältnisse der Unterdrückung, Korruption, des Rassismus und der Unterwürfigkeit gegenüber Washington wiederherzustellen.

Kapitalistische Investitionen und Tourismus

Trotzdem kommt es einem wie Pfeifen im Walde vor, wenn die zahllosen nicht eingetretenen Vorhersagen von Castros Sturz in den letzten vierzig Jahren als Anlaß genommen werden, die jetzige Krise des Regimes kleinzureden. Castros rituelle Wiederholung von Parolen wie "Sozialismus oder Tod", mit denen er seine Reden zum vierzigsten Jahrestag spickte, erscheinen angesichts der immer größeren Rolle, die ausländisches Kapital in der kubanischen Wirtschaft und im Tourismus spielt, wenig realitätsbezogen.

Die kubanische Regierung brüstet sich damit, daß ausländische Konzerne in Kuba größere Sicherheit und Aktionsfreiheit genießen, als irgendwo sonst in Lateinamerika - von den niedrigeren Löhnen gar nicht zu reden. Aber das Regime geht immer wieder gegen kapitalistische Wirtschaftsaktivitäten in der eigenen Bevölkerung vor, von der Eröffnung privater Wohnzimmer-Restaurants bis zur Vermietung von Zimmern an sparsame Touristen.

Bezeichnenderweise hielt Castro eine seiner hochtönenden ausufernden Reden während der einwöchigen Feiern zum Jahrestag vor Kubas "Revolutionärer Nationaler Polizei". In dieser Rede würdigte er eine Spezialeinheit der Polizei, die in Alt-Havanna ausdrücklich zu dem Zweck aufgestellt worden ist, die Touristen vor der Straßenkriminalität zu schützen.

"Wir verteidigen das Ansehen unseres Landes im Kampf gegen das Verbrechen", sagte er. "Die Zunahme von Kriminalität dämpft den Tourismus." In der Rede bestätigte Castro die Zunahme von Prostitution und von Raubüberfällen in Havanna. Er sagte, daß ein großer Teil davon Leuten anzulasten sei, die aus den Provinzen nach Havanna gekommen seien.

Zum ersten Mal seit 1959 ist es in der Stadt zur Errichtung von illegalen Hüttensiedlungen gekommen. Verarmten Arbeitern und Bauern, die auf der Suche nach Arbeit aus dem Inneren das Landes nach Havanna gekommen sind, haben sich in solchen Slums niedergelassen. Diese Entwicklung, die im übrigen Lateinamerika ganz normal ist, hat für Kuba eine immense politische Bedeutung. Eines der erklärten Ziele Castros und seines Regimes war es gewesen, das traditionelle Gefälle zwischen Havanna und den Provinzen auszugleichen, das das Resultat einer Wirtschaftspolitik war, die jeden Reichtum aus dem Land saugte und nach Havanna strömen ließ.

Der 72jährige Commandante ließ in seinen Reden ebenfalls durchblicken, daß er weiterhin hofft, zwischen den großen Mächten balancieren zu können. Jetzt ruhen seine Hoffnungen aber nicht mehr auf dem kalten Krieg, sondern auf der zunehmenden wirtschaftlichen Rivalität zwischen dem US-Kapitalismus und dessen Konkurrenten in Europa und Japan.

In seiner zentralen Rede in Santiago de Cuba lobte er die europäischen Mächte und erklärte den neu geschaffenen Euro zu einer "klaren Alternative" zum amerikanischen Dollar, während er gegen die kapitalistische Globalisierung wetterte und die USA und ihre Multis dafür geißelte, eine "entmenschlichende" neoliberale Politik weltweit durchzusetzen.

Die europäische Bourgeoisie lobte Castro, weil sie der Welt "ein gutes Beispiel" gegeben habe, "was man alles mit Vernunft und Intelligenz erreichen kann." Er ließ anklingen, daß der Euro das Ergebnis der Lernfähigkeit der europäischen Mächte sei, die verstanden hätten, daß sie nicht länger als isolierte nationale Volkswirtschaften überleben könnten.

Solche Bemerkungen sind ein deutlicher Ausdruck der zunehmend mächtigen Rolle des europäischen Kapitals in der kubanischen Wirtschaft. Spanische Konzerne beherrschen die besonders wichtige Tourismusindustrie, während holländisches Kapital soeben ein neues großes Luxushotel in der Altstadt von Havanna hochgezogen hat.

Das Castro-Regime bemüht sich währenddessen weiterhin um eine Aufhebung des amerikanischen Wirtschaftsembargos, das es für die meisten Probleme des Landes verantwortlich macht. Anfang Januar hieß es in der offiziellen Zeitung Trabajadores, daß das Embargo das Land 1998 800 Millionen Dollar und in den letzten vierzig Jahren insgesamt mehr als 60 Mrd. Dollar gekostet habe.

Es besteht kein Zweifel, daß der wirtschaftliche Druck der USA Kuba enormen Schaden zugefügt hat; aber das Regime hat in seinen öffentlichen Verlautbarungen nie erklärt, was eine Normalisierung der wirtschaftlichen Beziehungen wirklich bedeuten würde. Wäre sie nicht eine weit größere Bedrohung als das Embargo selbst, weil damit die wirtschaftliche Vorherrschaft der USA wiederhergestellt würde, die vor 40 Jahren unterbrochen worden war?

Das ist eindeutig die Ansicht in den Vorstandsetagen der mächtigen amerikanischen Banken und Konzerne. Wirtschaftskreise und Industrielle üben seit einigen Jahren Druck für die Aufhebung des Embargos aus. Einige große Konzerne haben schon Gespräche mit dem kubanischen Regime geführt und Vertreter entsandt, die die Insel nach lohnenden Investitionsmöglichkeiten durchkämmen.

Ihre Sorge ist, daß die Politik aus den Zeiten des Kalten Krieges gegenüber Kuba - die beibehalten wird, weil Washington an Castro ein Exempel statuieren will und weil die rechte Lobby der Kuba-Amerikaner einen unverhältnismäßigen Einfluß auf die Entscheidungsträger der amerikanischen Politik ausübt - einen der potentiell lukrativsten Märkte in der Region dem europäischen Kapital überläßt.

Die Lockerung der Beschränkung von Dollartransfers nach Kuba durch die Clinton- Administration, die Anfang Januar beschlossen wurde, dient dem erklärten Ziel, die kapitalistische Akkumulation im Lande zu fördern, um eine innenpolitische Opposition zu kultivieren. In einem Regierungsdokument hieß es Anfang des Monats, die Initiative, jedem Bewohner der USA zu erlauben, pro Jahr 1200 Dollar nach Kuba zu transferieren und amerikanischen Organisationen zu erlauben, kubanische Gruppen mit Mitteln zu versorgen, verfolge das Ziel, "die Entwicklung friedlicher unabhängiger Aktivitäten und einer Bürgergesellschaft zu unterstützen."

Die Lebensbedingungen der Massen in ganz Lateinamerika verschlechtern sich weiter, und es mehren sich die Anzeichen, daß nach beinahe zwei Jahrzehnten "struktureller Anpassungen" die ganze Region erneut am Rande einer Finanzkrise steht. Die kapitalistische Krise muß zwangsläufig eine erneute Welle revolutionärer Kämpfe auf dem Kontinent hervorbringen. Der Erfolg dieser Kämpfe hängt von der Fähigkeit einer neuen Generation ab, die bitteren Lehren der vierzigjährigen Erfahrung mit Castros Herrschaft und des Schicksals Dutzender Guerillabewegungen, die er inspiriert hat, zu ziehen und eine neue revolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse mit dem Programm des sozialistischen Internationalismus zu gründen.

Siehe auch:
Fidel Castro und kleinbürgerlich-nationalistische Politik