Leserbrief

PKK und deutsche Medien

23. Februar 1999

Für die PKK habe ich keinerlei Sympathie, wenn doch etwas Respekt, wie sie der brutalen Militärmaschinerie der "demokratischen" Türkei die Stirn bietet.

In den sogenannten unabhängigen Medien wird nur allzu gern verschwiegen, daß die PKK nicht Ursache, sondern die Folge einer Repressionswelle ist, die seit dem Ende der 60er Jahre über die Kurden in der Türkei hinweggeht, einer Zeit also, da es die PKK noch gar nicht gab. Sie war der Auftakt für den von der CIA unterstützten Militärputsch von 1980. Seitdem ist in der Türkei jede Form von legaler Opposition unmöglich.

Natürlich gibt es keine Todesstrafe in der Türkei. Das ist auch gar nicht nötig, denn Oppositionelle werden einfach von Todesschwadronen bestialisch ermordet, welche man aus dem Sumpf von Polizei, Geheimdienst, Mafia und Faschisten rekrutiert.

Gerne unterschlagen wird auch, daß die etwa 30.000 (?) Toten des Bürgerkrieges zu 90% auf das Konto der türkischen Armee gehen.

Die Darstellung der PKK in der deutschen Presse als Terroristen ist eine dreiste Unverschämtheit. Die Neonazis, die Ausländer zu Tode hetzen und Heime von Asylbewerbern anzünden ,werden nicht des Terrorismus beschuldigt. Und merkwürdigerweise geht der "Bodycount" immer zuungunsten der "Terroristen". Eine alte Leier ist auch der angebliche Drogenhandel der PKK. Fakt ist, daß der türkische Geheimdienst Opiate aus der Türkei und Mittelasien nach Europa liefert, mit Duldung der betroffenen Länder natürlich.

Die Haltung der herrschenden Klasse der europäischen Staaten hinsichtlich der Kurden zeigt leider allzu deutlich, daß Demokratie und Menschenrechte nur wertlose Fetzen Papier sind und daß uns im vereinten Europa noch manches blühen wird.

S. K.

Siehe auch:
Die Entführung Abdullah Öcalans: Wo ist das Asylrecht geblieben?
(18. Februar 1999)