Der Cerberus-Chrysler-Deal: Ein Argument für Gemeineigentum in der Autoindustrie

5. Juni 2007

Der Verkauf der Chrysler Corporation an die private Investmentfirma Cerberus Capital Management ermöglicht es den mächtigsten Finanzhaien der Wall Street, ihre Umstrukturierungs- und Werkschließungspläne in der nordamerikanischen Autoindustrie radikaler umzusetzen als je zuvor. Diese Übernahme - die erste, bei der eine private Investmentfirma einen Autogiganten schluckt - bedroht die Arbeitsplätze und den Lebensunterhalt von 80.000 Chrysler-Arbeitern in den USA und Kanada und schafft einen Präzedenzfall für verschärfte Angriffe auf alle Autoarbeiter.

Die Cerberus-Übernahme kennzeichnet ein neues Stadium im jahrzehntelangen Angriff auf die Arbeitsplätze und den Lebensstandard der Automobilarbeiter und der Industriearbeiter insgesamt. Das ist nicht einfach das Ergebnis von subjektiver Gier der Konzernbosse und Spekulanten, sondern der Krise und des Scheiterns des kapitalistischen Systems selbst. Immer rücksichtsloser wird der Lebensstandard der arbeitenden Menschen auf der ganzen Welt geopfert, um ein parasitäres und gesellschaftlich zerstörerisches System aufrecht zu erhalten, das sämtliche gesellschaftlichen Bedürfnisse der wachsenden Bereicherung der Finanzelite unterordnet.

Die globale Dimension des Angriffs auf die Autoarbeiter beweist, dass hier eine Systemkrise der Autoindustrie und des Profitsystems als Ganzes zum Ausdruck kommt. In Deutschland, Frankreich, Spanien, Brasilien und vielen anderen Ländern werden Autofabriken geschlossen, Arbeitsplätze zerstört und Löhne gekürzt, weil die Produktion in Billiglohnparadiese auf der ganzen Welt verlagert wird.

Die Firma Cerberus, auch "vulture fund" (Fond für Investitionen in abgewirtschaftete Unternehmen) genannt, ist dafür bekannt, dass sie Firmen mit Finanzproblemen übernimmt, darunter Fluggesellschaften, Textilfabriken, Telekommunikationsbetriebe, Supermarktketten und Autozulieferer. Erst reduziert sie die Arbeitskosten drastisch, dann verkauft sie die Betriebe ganz oder teilweise mit einem enormen Preisaufschlag weiter. Da andere private Investmentfirmen schon ein Auge auf General Motors und Ford geworfen haben, wird Chrysler zum Testlauf für eine neue Runde von Fabrikschließungen. Damit gehen beispiellose Lohnkürzungen und die Aushöhlung von betrieblichen Kranken- und Rentenkassen für Werksrentner und ihre Familien einher.

Nur Tage, nachdem der Verkauf von Chrysler an Cerberus bekannt worden war, sagte Chrysler-Chef Tom LaSorda, die neue "Chrysler Holding Company" werde versuchen, 300 Mio. Dollar bei der Krankenversicherung der Rentner zu kürzen: Zum ersten Mal seit vierzig Jahren sollen die Leistungen für Arztkosten und Medikamente der Rentner und ihrer Familien gekürzt werden, so dass sie einen Selbstbehalt aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Der Zweck dieser Kostensenkung besteht darin, die Rendite für Großinvestoren zu erhöhen, in deren Augen die Autoindustrie schon lange keine attraktive Investition mehr ist. Heute bringt die weltweite Autoindustrie Investoren eine Profitrate von durchschnittlich fünf Prozent, und viele, besonders amerikanische Gesellschaften machen Verluste. Cerberus sorgt für eine durchschnittliche Profitrate, die bei 22 Prozent liegt. Es ist unmöglich, derartige Gewinne durch das normale Geschäft mit dem Bau und Verkauf von PKWs zu erzielen. Dies kann nur erreicht werden, wenn die Industrie zerstückelt und die Ausbeutungsrate auf ein Niveau hochgeschraubt wird, wie es seit den 1920er Jahren nicht mehr der Fall war.

Ein mögliches Szenario wurde in der Zeitschrift Newsweek vom 17. Mai gezeichnet, wo es heißt: "Statt dass jeder einzelne Detroiter Autobauer alle Arten von PKWs und Lastwagen baut - und dabei sein letztes Hemd verliert - könnten sie Design- und Markenhäuser werden, die nur jene Produkte bauen, die ihnen auch Geld bringen... Warum sich nicht darauf konzentrieren, einen Wagen zu entwerfen, ihn zu vermarkten und zu verkaufen, statt ihn zu bauen? Dies mag sich in der Autostadt wie Lästerung anhören, aber in anderen Industriezweigen ist es gang und gäbe."

Ein solcher Plan würde die Schließung eines großen Teils der noch verbliebenen US-Autoindustrie nach sich ziehen und die Verlagerung der Produktion in amerikanische und internationale Niedriglohnbetriebe und Vertragsfirmen bedeuten.

Die Beinahepleite amerikanischer Autounternehmen bringt in konzentrierter Form den anarchischen und irrationalen Charakter des kapitalistischen Systems zum Ausdruck. Die wachsende Globalisierung der Produktion, angetrieben von großen technologischen und wissenschaftlichen Fortschritten, hat die grundlegenden Widersprüche des Profitsystems verschärft: den Widerspruch zwischen Weltwirtschaft und Nationalstaatensystem, an das der Kapitalismus gebunden ist, und zwischen gesellschaftlicher Produktion und Privateigentum an den Produktionsmitteln.

Während die technologischen Fortschritte und das Einsteigen neuer Länder wie China, Indien und Brasilien in die Autoproduktion den Ausstoß an Autos stark erhöht haben, sind die traditionellen Märkte in Nordamerika, Westeuropa und Japan - wo siebzig Prozent der Autos der Welt verkauft werden - schon gesättigt. Die Mehrheit der Bewohner der übrigen Welt - wo sechs von sieben Menschen dieses Planeten leben - sind zu arm, um sich ein Auto zu leisten.

Autoindustrie-Analysten und Wall Street-Investoren fordern eine drastische Verringerung der globalen Autofertigungs-Kapazitäten und wollen den laufenden Jahresausstoß von 66 Millionen Autos um ein Drittel herunterschrauben. Selbst wenn die gesamte Autoindustrie in Nordamerika geschlossen würde, hätte die globale Industrie immer noch - in ihren Augen - "überschüssige Kapazitäten".

Der Verrat der Autoarbeitergewerkschaft

Die Unterstützung der United Auto Workers (UAW) und der Canadian Auto Workers (CAW) für den Abfindungsplan ist ein historischer Verrat an der Arbeiterklasse. Noch bevor DaimlerChrysler den Verkauf von Chrysler auf einer Pressekonferenz am 14. Mai bekannt gegeben hatte, gab die UAW eine Erklärung heraus, in der sie das Geschäft mit den Worten billigte, er sei "im besten Interesse unserer UAW-Mitglieder, der Chrysler-Gruppe und Daimlers."

Alle Anzeichen sprechen dafür, dass die UAW Zusicherungen von den neuen Besitzern erhalten hat, dass die Nebeneinnahmen und Privilegien der Labor-Bürokratie geschützt und sogar verbessert werden sollen. Das Wall Street Journal berichtete am 15. Mai, dass Chrysler und die anderen beiden der großen drei Autohersteller Pläne schmieden, die Milliarden Dollar schweren Krankenversicherungsfonds der Rentner an die Gewerkschaft zu übergeben, wodurch die UAW zu "einem der größten privaten Gesundheitskonzerne der USA würde". Eine solche Regelung würde den Gewerkschaftsbürokraten massive Einnahmen garantieren, während die Autokonzerne ihre nicht ausreichend finanziell gedeckten Verpflichtungen los würden, und es der Gewerkschaft überlassen könnten, die Gesundheitsleistungen für eine Million UAW-Rentner und ihre Angehörigen zu kürzen.

Um diese Angriffe abwehren zu können, müssen die nordamerikanischen Autoarbeiter sich über die wirklichen Ursachen der Angriffe der Autofirmen wie auch des Verrats der Gewerkschaften klar werden. Militante Kämpfe - unabhängig von UAW und CAW organisiert -, mit Streiks, Massendemonstrationen und anderen Solidaritätsaktionen aus allen Teile der Arbeiterklasse in den USA und international, sind notwendig. Aber solche Aktionen können nur erfolgreich sein, wenn sie mit einer neuen politischen Strategie verbunden sind. Diese muss von der Erkenntnis ausgehen, dass das Profitsystem historisch gescheitert ist und dass der Aufbau einer sozialistischen Massenbewegung der Arbeiterklasse in Opposition zu allen kapitalistischen Parteien notwendig ist. In den USA bedeutet das einen klaren und unwiderruflichen Bruch mit der Demokratischen Partei.

Lehren aus einer Geschichte des Kampfs

Die Verwandlung der UAW in ein Anhängsel des Firmenmanagements mit dem Bestreben, ein tatsächliches kapitalistisches Unternehmen zu werden, ist ein unwiderlegliches historisches Urteil über die Vorstellung, dass die Arbeiterklasse ihre Interessen mit Organisationen verteidigen kann, die das Profitsystem akzeptieren und verteidigen.

Obwohl sozialistische und linke Arbeiter in der Massenbewegung, die in den 1930er Jahren zur Gründung der Industriegewerkschaften - wie z. B. der UAW - führte, die entscheidende Rolle spielten, verteidigten die Führer der Gewerkschaft CIO (Congress of Industrial Organisations) ausdrücklich das kapitalistische System und wiesen alle weitergehenden Forderungen zurück, die die Eigentumsrechte und das Entscheidungsmonopol der kapitalistischen Besitzer in Frage gestellt hätten. Diese Verteidigung des Profitsystems wurde politisch dadurch unterstützt, dass die Gewerkschaftsbürokratie die Gründung einer unabhängigen Arbeiterpartei ablehnte und ein Bündnis mit der Demokratischen Partei einging.

Nach dem zweiten Weltkrieg entfachte UAW-Präsident Walter Reuther eine antikommunistische Hexenjagd, um die Gewerkschaften von sozialistischem Einfluss zu säubern. Die Ausgrenzung von Sozialisten unterhöhlte die Gewerkschaften auf verhängnisvolle Weise, auch wenn die Auswirkungen in ihrem vollen Umfang eine Weile durch die zeitlich begrenzten, besonderen Umstände des Wirtschaftsaufschwungs der Nachkriegszeit verdeckt wurden.

Die Unterordnung unter die Demokratische Partei ging von der Annahme aus, dass es möglich sei, die Interessen der Arbeiterklasse und der herrschenden kapitalistischen Elite in Einklang miteinander zu bringen. Die UAW ging einen teuflischen Pakt mit den Automonopolen ein: Im Austausch für die von der Gewerkschaft garantierte Arbeitsdisziplin und den Verzicht auf jegliche Anfechtung der grundlegenden Hoheitsrechte des Firmenmanagements sagten die Konzerne den Autoarbeitern regelmäßige Lohnerhöhungen, langfristige Beschäftigung und andere Sozialleistungen zu. Im Wesentlichen machte Reuther die Zukunft der Arbeiterklasse von der Hoffnung abhängig, dass die amerikanischen Autokonzerne auf ewig die Weltmärkte beherrschten.

Von den 1970er Jahren an ging der Nachkriegsboom seinem Ende zu, und im Zentrum der wachsenden Weltkrise stand der Niedergang der globalen wirtschaftlichen Position der Vereinigten Staaten. Die Reaktion der Wirtschafts- und politischen Elite Amerikas auf die wachsende Herausforderung aus Japan und Europa war eine Offensive gegen die Arbeiterklasse.

Der Notrettung von Chrysler

Die Notrettung von Chrysler 1979-80 war ein wichtiger Wendepunkt. Die Autobosse und die Demokratische Regierung Jimmy Carters nutzten die drohende Schließung der fast bankrotten Firma, um den Autoarbeitern dramatische Zugeständnisse abzupressen. Die UAW setzte gemeinsam mit der Regierung und Chrysler gegen den erbitterten Widerstand der Arbeiter eine massive Streichung von Arbeitsplätzen und Lohnkürzungen durch. Im Gegenzug erhielt UAW-Präsident Douglas Fraser einen Sitz im Aufsichtsrat von Chrysler.

Die Chrysler-Rettung bereitete den Weg für die brutalen Angriffe auf Gewerkschaften und die Lohnsenkungen in den 1980er und 1990er Jahren. Das begann mit der Zerschlagung des Streiks der Fluglotsengewerkschaft PATCO 1981 durch die Reagan-Regierung. Anstatt die hart erkämpften Rechte ihrer Mitglieder zu verteidigen, boten die UAW und der AFL-CIO ihre Dienste an, um den Widerstand der Basis zu brechen und die Forderungen der Wirtschaftsbosse durchzusetzen. Die Gewerkschaftsbürokraten behaupteten, dass der Klassenkampf durch einen neuen Kampf ersetzt worden sei, nämlich den, die amerikanische Wirtschaft gegen ihre ausländischen Konkurrenten zu verteidigen. Die UAW behauptete, eine neue Partnerschaft zwischen Arbeit und Management sei nötig, um "amerikanische Arbeitsplätze zu retten". Konzernbosse wie Chryslers Vorstandschef Lee Iacocca wurden als Retter der Arbeiter präsentiert, während die UAW rassistische Kampagnen gegen japanische Importe organisierte.

Der Chef-Unterhändler der UAW mit Chrysler, Marc Stepp, fasste die Position der gesamten Gewerkschaftsbürokratie mit den Worten zusammen: "Wir haben freies Unternehmertum in diesem Land. Die Konzerne haben das Recht, Profit zu machen." Von diesem Standpunkt aus unterstützte die UAW die Schließung Dutzender Werke, die Vernichtung von 50.000 Arbeitsplätzen, Lohnkürzungen und andere Zugeständnisse in Höhe von 500 Millionen Dollar.

Der Verrat der UAW hatte seine Ursache in der nationalistischen Perspektive, von der sie als Organisation, die den amerikanischen Kapitalismus verteidigte, durchdrungen war. Die Globalisierung der Autoindustrie untergrub die Fähigkeit national organisierter Gewerkschaften, dem Management durch die Drohung mit der Streikwaffe Zugeständnisse abzutrotzen. Unter Bedingungen, in denen Autos zunehmend für den Weltmarkt produziert wurden und die Produktion im Weltmaßstab organisiert wurde, waren die Autokonzerne in der Lage, die Produktion von einem Land oder von einer Region in eine andere zu verschieben. Die Rolle der Gewerkschaften wandelte sich von Organisationen, die den Unternehmern Zugeständnisse abtrotzten, zu Organisationen, die ihren eigenen Mitgliedern Zugeständnisse abtrotzten, um die Autohersteller dazu zu bringen, die Produktion im Land zu lassen und damit die Mitgliederbasis und die Beitragszahlungen der Gewerkschaft zu erhalten.

Die pro-kapitalistische und nationalistische Politik der UAW haben für die Arbeiter zu einer absoluten Katastrophe geführt. Ende dieses Jahres wird es bei Chrysler nur noch 46.000 UAW-Mitglieder geben, gegenüber 110.000 im Jahr 1979. Alles zusammen genommen hat sich die Zahl der UAW-Mitglieder in den Fabriken der "Großen Drei" in den USA seit 1979 um gigantische 76 Prozent verringert - von 750.000 auf 177.000.

Ganze Städte wie Detroit und Flint in Michigan, die früher das höchste Pro-Kopf-Einkommen im Lande aufwiesen, sind in Industriewüsten verwandelt worden, die von chronischer Arbeitslosigkeit, verarmten Schulen und Rekordzahlen bei der Zwangsversteigerungen von Häusern gezeichnet sind.

Die Chrysler-Rettung führte auch zum Aufstieg des "Stars" CEO (Vorstandschef), der gemeinsam mit Firmenaufkäufern und Wall Street-Spekulanten offen daran ging, die Industrie zu reorganisieren, um riesige Summen in die eigenen Taschen zu lenken. Im folgenden Vierteljahrhundert fand eine riesige Umverteilung von Reichtum von der arbeitenden Bevölkerung zu den reichsten ein oder zwei Prozent der Bevölkerung statt. In den 1960er Jahren verdienten hohe Vorstandsmitglieder von Fabrikationsbetrieben 25- bis 40-mal so viel wie ein durchschnittlicher Produktionsarbeiter. 2006 verdienten CEO’s 400-mal so viel wie ihre Beschäftigten. Das oberste ein Prozent der Bevölkerung - d.h. 300.000 Menschen mit einem Einkommen von im Durchschnitt mehr als einer Million Dollar im Jahr - erhielten den höchsten Anteil am Nationaleinkommen seit 1928, und ihr Einkommen zusammen betrug genauso viel wie das der untersten 150 Millionen Amerikaner.

Diese riesigen Reichtümer wurden nicht - wie im Fall der Raubritter des 19. Jahrhunderts - mit der Ausdehnung der Massenindustrie verdient. Im Gegenteil, Finanzspekulanten und die obersten Wirtschaftsbosse verdienten riesige Summen an der Zerstörung der Produktivkräfte. Der Gründer des Hedge Fonds Bridgewater Associates, Ray Diallo, der vergangenes Jahr 350 Millionen Dollar gemacht hat, fasste die Verachtung der herrschenden Elite für die Produktion und die Arbeiterklasse so zusammen: "Mit der Produktion von Gütern verdient man nur Almosen im Vergleich zu den Beträgen, die durch das Hin- und Herschieben von Geld gemacht wird."

Überführt die Autoindustrie in gesellschaftliches Eigentum

Die Großindustriezweige dürfen nicht länger im persönlichen Besitz der reichen Elite Amerikas bleiben, die sie nach Belieben abstoßen. Der erste Schritt, um die Interessen der Arbeiter zu schützen ist die Einführung einer demokratischen Kontrolle über alle Unternehmensentscheidungen, die die Arbeitsorganisation, Arbeitssicherheit, Löhne, Einstellungen und Arbeitszeit betreffen. Diese Entscheidungen dürfen nicht von den wenigen Reichen getroffen werden, sondern müssen von Komitees der in der Produktion beschäftigten Arbeiter und Techniker sowie anderer Experten getroffen werden, die den Interessen der arbeitenden Bevölkerung verpflichtet sind. Demokratie in der Wirtschaft erfordert die Offenlegung der Geschäftsbücher aller Konzerne zur Kontrolle durch die Arbeiter und die demokratische Wahl der Geschäftsführung durch alle Beschäftigten.

Wenn die Autoindustrie zum Nutzen der Gesellschaft funktionieren soll, dann muss sie in gesellschaftliches Eigentum überführt und in eine geplante sozialistische Wirtschaft integriert werden. In der globalen Autoindustrie sind Millionen Fabrikarbeiter, Ingenieure, Designer, Wissenschaftler, Buchhalter und andere Beschäftigte tätig und sie verbraucht große Mengen des Stahls, Gummis, Glas und Öls der Welt. Solche riesigen menschlichen und natürlichen Reichtümer können nur vernünftig und umweltverträglich eingesetzt werden, wenn die Produzenten weltweit auf der Grundlage eines wissenschaftlichen Plans kooperieren, um sichere, qualitativ gute und erschwingliche Fahrzeuge zu produzieren.

Die riesigen Kapitalmengen, die sich täglich durch die weltweiten Finanzmärkte bewegen, sind das Produkt der Arbeitskraft der ganzen Menschheit. Die grundlegenden Entscheidungen, wo die Finanzmittel der Gesellschaft investiert werden, müssen demokratisch von der Bevölkerung getroffen werden und nicht hinter verschlossenen Türen von Spekulanten und anderen Finanzparasiten. Die großen Banken und Investitionshäuser müssen in Gemeineigentum überführt werden. Gleichzeitig müssen die Steuersenkungen der Bush-Regierung für die Reichen rückgängig gemacht und die Steuern für diejenigen, die über 300.000 Dollar verdienen, drastisch erhöht werden, um Sozialprogramme und die Senkung der Steuern der arbeitenden Bevölkerung finanzieren zu können.

Arbeiter müssen den amerikanischen Chauvinismus der Gewerkschaftsbürokratie und der Demokratischen Partei ablehnen und sich international mit ihren Klassenbrüdern und -schwestern gegen die globalen Autogiganten zusammenschließen. Arbeiterkomitees, unabhängig von der UAW und der CAW, sollten gegründet werden, um Arbeiter und Angestellte in den USA und Kanada zu vereinen im Kampf gegen die Zerschlagung von Chrysler, und um Arbeiter im ganzen Land bei der Verteidigung von Arbeitsplätzen und Löhnen zu unterstützen. Chrysler-Arbeiter sollten Streiks, Werksbesetzungen und Massendemonstrationen vorbereiten, um ihren Kampf mit allen Teilen der Arbeiterklasse zu verbinden.

Die hier skizzierte Politik ist ein Gräuel für die Demokratische Partei. Sie wird, genauso wie die Republikaner, von der Finanzaristokratie finanziert und kontrolliert. Weil die Interessen der Arbeiterklasse nicht mit dem Profitsystem in Einklang gebracht werden können, muss die Arbeiterklasse mit dieser Partei des Kapitals brechen und eine eigene sozialistische Massenpartei aufbauen. Nur so kann jeder Kampf - ob gegen Arbeitsplatzvernichtung, Militarismus und Krieg, oder gegen Angriffe auf demokratische Rechte - zu einem gemeinsamen politischen Kampf für den Aufbau einer Arbeiterregierung, für wirkliche Demokratie und soziale Gleichheit vereint werden.

Wir fordern Chrysler-Arbeiter und ihre Mitkämpfer, die nach einem Weg suchen, gegen den Angriff auf Arbeitsplätze, Löhne, Renten und Krankenversicherung zu kämpfen, auf, mit der World Socialist Web Site und der Socialist Equality Party in Kontakt zu treten und diese Perspektive zu diskutieren.

Siehe auch:
Ein neues Geschäftsmodell: Warum die US-Autoarbeitergewerkschaft die Übernahme von Chrysler durch Cerberus unterstützt
(18. Mai 2007)
Stoppt die Zerschlagung von Chrysler! Für Arbeiterkontrolle und Gemeineigentum in der Autoindustrie!
(29. März 2007)
Häufung von Selbstmorden bei Renault
(1. März 2007)
Unterstützt den Kampf der VW-Arbeiter in Brüssel! Baut Verteidigungskomitees unabhängig von Betriebsrat und Gewerkschaft auf!
(25. November 2006)