Die SEP im US-Wahlkampf:

Wahlzulassung in Louisiana ist fast gesichert

Von unserem Korrespondenten
6. September 2012

Ein Team der Socialist Equality Party war im US-Bundesstaat Louisiana aktiv, um dort die Zulassung der Partei zur Präsidentschaftswahl im November sicherzustellen. Das Team besuchte diverse Städte, um Unterstützer für die Kandidatur der SEP-Kandidaten Jerry White und Phyllis Scherrer zu gewinnen.

Zur Teilnahme an der Wahl in Louisiana kandidierende Parteien brauchen Wahlmänner in jedem der sechs Kongressdistrikte und zwei Wahlmänner für den gesamten Staat. Bisher hat die SEP Wahlmänner in fünf Kongressdistrikten für sich gewonnen. Sie benötigt nur noch einen Wahlmann für den ersten Distrikt, zu dem die Städte Metairrie, Venice und der südöstliche Küstenbereich gehören.

Das Team diskutierte mit Arbeitern über das sozialistische Programm der SEP und über die jüngsten Sparmaßnahmen, die in Louisiana mit Unterstützung der Demokratischen Partei durchgesetzt wurden. Die Kürzungen in Höhe von 300 Mio. US-Dollar betreffen vor allem die Bereiche Gesundheit und Erziehung.

In Lafayette, einer Stadt mit 122.000 Einwohnern im Südwesten Louisianas, besuchte das SEP-Team die staatliche Universität.

XavierXavier

Der Student Xavier erwähnte den Ärger der Studenten angesichts der Verteuerung der Ausbildung. „Kein Mensch will so etwas“, sagte er über die Folgen der Sparmaßnahmen. „Diese ganzen Angriffe betreffen nicht nur uns Studenten, sondern vor allem die arbeitenden Menschen. Viele von ihnen werden ihren Arbeitsplatz verlieren.“

Die SEP vertritt die Haltung, das Recht auf Ausbildung sei ein Grundrecht, das der gesamten Bevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollte. „Davon sind wir zurzeit himmelweit entfernt“, sagte Xavier.

Eine Studentin, die anonym bleiben wollte, machte ebenfalls ihrer Wut über die Anhebung der Ausbildungskosten Luft. „Es ist lächerlich. Ohne zum College zu gehen, kannst du keinen Job finden. Aber das College wird immer teurer. Als Folge der Kürzungen gehen erheblich weniger Leute aufs College.“ Ein Mitglied der Fakultät sagte: „Die Entwicklung spottet jeder Beschreibung. Die Einschnitte bedeuten Kürzungen in Höhe von vierzig Prozent. Das zerstört unseren gesamten Unterrichtsbetrieb.“

Ein weiteres Ziel des Wahlteams war die Stadt Alexandria mit etwa 50.000 Einwohnern in der Mitte von Louisiana. Ungefähr 27 Prozent der Bevölkerung im innerstädtischen Bereich leben unter der Armutsgrenze. Mehrere Einwohner erzählten, dass es vor der Stadt riesige Zeltplätze mit Obdachlosen gebe, die hinter Landstraßen und Waldstücken versteckt lägen.

AlexandriaEin zerfallenes Haus in Alexandria

Die staatlichen Kürzungen werden die Einwohner von Alexandria besonders hart treffen, denn dem Huey-P.-Long-Klinikum, einer Wohlfahrtseinrichtung für die örtliche Bevölkerung, stehen Kürzungen in Höhe von fünf Millionen Dollar bevor. Pädiatrie und Orthopädie werden vollständig aufgelöst, 55 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Auch die Kliniken für Gastroenterologie und Urologie stehen vor der Schließung.

Das SEP-Team besuchte die Klinik und sprach mit einer Krankenschwester, die anonym bleiben wollte, weil sie sich vor der Geschäftsleitung fürchtet. Sie brachte zum Ausdruck, was viele Angestellte und betroffene Anwohner denken, die von den Einschnitten betroffen sind: „Es ist schlimm: Arme Menschen, die sich keine Versicherung leisten können, werden gezwungen, sich an die Privatkliniken zu wenden, die sie dann als Patienten ablehnen“, sagte sie. „Viele akzeptieren noch nicht einmal die staatlichen Gesundheitsleistungen von Medicaid und Medicare.“

Sie erwähnte den bisher hohen Standard der Krankenbetreuung im Huey-P.-Long-Klinikum. „Obwohl wir als Wohlfahrtseinrichtung gelten, kommen auch normal Versicherte zu uns, weil sie hier gut versorgt werden“, sagte sie und ereiferte sich: „Die Regierenden behaupten, sie hätten kein Geld. Nein, sie sind Gauner, denen es selbst nur ums Geld geht. Geld ist alles, was diese Menschen interessiert.“

„Die Kinderstation hier wird dringend gebraucht“, fuhr sie fort. „Eine Frau hat mich neulich auf der Straße angehalten und gefragt, ob wir die Orthopädie tatsächlich schließen würden. Als ich bejahte, sah die Frau mich an und sagte: ‚Aber mein Sohn geht dorthin...’ Wir brauchen die medizinische Versorgung. Sie ist zwar teuer, aber sie ist eine Notwendigkeit. Es muss eine öffentliche medizinische Versorgung geben, die sich an den Bedürfnissen der Menschen und nicht am Geld orientiert.“

Charlotte Carter, eine ältere Klinik-Besucherin aus Alexandria, war angesichts der Streichungen von Geldern für die Klinik sehr erbost. Am meisten ärgerte sie sich über die Schließung der Kinderstation. „Das ist furchtbar“, sagte sie. „Die Kinderstation ist immens wichtig.“

Charlotte war zusammen mit ihrem Partner, der mit Leberproblemen zu tun hat, in der Klinik. Sie sind vollständig von der Klinik abhängig. „Sie wollten meinen Mann nach Shreveport schicken“, sagte Charlotte, „aber wir haben nicht das nötige Geld, um dort hin zu kommen. Deshalb müssen wir hierher kommen – oder meinen Mann beerdigen.“

Charlotte beschrieb die Armut in der Gegend und betonte, wie sehr die große Mehrheit der Bevölkerung von dem Klinikum abhängig ist. „Die meisten von uns sind schwarz. Wer nicht zur kleinen reichen schwarzen Minderheit gehört, muss in das Klinikum gehen.“

Als sie erfuhr, dass die Demokraten die Haushaltskürzungen unterstützt hatten, war sie wütend, aber nicht wirklich überrascht. „Die Demokraten sind immer nur bis zu den Wahlen für die armen Leute“, sagte sie voller Verachtung.