Weist die Erpressungsversuche von Boeing und der IAM zurück!

Bildet ein Basiskomitee, um Verschlechterungen zurückzuweisen

Von der Socialist Equality Party
4. Januar 2014

Die Socialist Equality Party ruft die Arbeiter von Boeing dazu auf, das verräterische Tarifabkommen entschieden zurückzuweisen, das die Gewerkschaft IAM International im Auftrag des Luftfahrtkonzerns durchzusetzen versucht. Die Verlängerung des Tarifvertrags ist nur eine Neuauflage des ursprünglichen Vertrages, der am 13. November von den Arbeitern mit überwältigender Mehrheit abgelehnt wurde.

Durch das Abkommen würden neu eingestellte Arbeiter keine Betriebsrenten mehr bekommen, das Lohnniveau sinken und den Arbeitern das Streikrecht aberkannt. Lohnerhöhungen würden auf ein Prozent pro Jahr beschränkt - was angesichts steigender Preise de facto eine Lohnsenkung bedeutet - und die Selbstkostenbeteiligung bei der Krankenversicherung würde dramatisch steigen; Boeing bekäme durch Obamas Affordable Care Act die Möglichkeit, Leistungen zu kürzen.

Die IAM stellt sich damit wieder einmal auf die Seite des Boeing-Vorstandes und der Politiker des Großkapitals und versucht, die Arbeiter mit der Drohung zu erpressen, die Produktion des neuen Typs 777x in Bundesstaaten zu verlegt, in denen die Löhne niedriger sind, wenn die Arbeiter den Tarifvertrag ablehnen. Aber die Erfahrung von Millionen von Arbeitern und die geschlossenen und verlassenen Flugzeug-, Auto- und Stahlwerke im ganzen Land zeigen, dass Zugeständnisse keinen Schutz für Arbeitsplätze bedeuten.

Im Gegenteil: Zugeständnisse werden nur dazu benutzt, neue Maßstäbe in der Abwärtsspirale auf Kosten der Arbeiter zu setzen. Das Aufgeben hart erkämpfter Rechte zieht nur die Forderung nach noch größeren Zugeständnissen in der Zukunft nach sich, obwohl Unternehmen wie Boeing riesige Gewinne machen und Milliarden für Aktienrückkäufe ausgeben, um die Vermögen der reichen Investoren und Vorstandsvorsitzenden zu erhöhen.

Während Familien die Folgen dieses Tarifabkommens tragen müssen, wenn es durchgesetzt würde, wird es IAM-Präsident Tom Buffenbarger keinen Cent von seinem Jahresgehalt von 304.000 Dollar oder von seinen komfortablen Rentenbezügen kosten. Im Gegenteil, der Vorstand der IAM verlässt sich darauf, dass er weiterhin Millionen Dollar Mitgliedsbeiträge von Arbeitern erhalten wird, die auf kaum mehr als verarmte Lohnsklaven reduziert sein werden.

Die Abstimmung am 13. November war ein Ausdruck der wachsenden Wut der Arbeiterklasse über die Plünderung der Gesellschaft durch die reiche Elite und die jahrzehntelangen Verrätereien der Gewerkschaften, die zu direkten Instrumenten der Konzerne und der Regierung geworden sind.

Die Boeing-Arbeiter sollten diese Erpressung nochmals zurückweisen und mit "Nein" stimmen. Aber das ist erst der Anfang. Um diesen Kampf zum Erfolg zu führen, brauchen die Arbeiter eine Strategie zur gleichzeitigen Ablehnung von Zugeständnissen und der Verteidigung ihrer Arbeitsplätze.

Zwar haben viele Funktionäre des Ortsverbands Local 751 die Gewerkschaft und den Tarifvertrag kritisiert, allerdings sie haben kein Programm gegen Boeings Androhung, die Produktion zu verlagern und Zehntausende von Arbeitsplätzen zu streichen. Im Gegenteil, Wroblewski und die Führung von Local 751 akzeptieren, ohne zu hinterfragen, das angebliche "Recht" der milliardenschweren Investoren und Vorstände Boeings auf das Eigentum an und die Kontrolle über die riesigen Industrieanlagen, die von Generationen von Arbeitern aufgebaut wurden.

Wenn Boeing seine Drohung wahrmacht, die Produktion zu verlagern, würden Wroblewski und seinesgleichen letzten Endes die Forderungen an die Arbeiter unterstützen, einen Tarifvertrag mit Zugeständnissen zu akzeptieren, wenn nicht heute, dann spätestens 2016. Wroblewski war an den geheimen Verhandlungen über das Tarifabkommen vom 13. November beteiligt.

Außerdem sind die IAM und andere Gewerkschaften mit der Demokratischen Partei verbündet, die genauso wie die Republikaner das kapitalistische System verteidigt, dessen Grundlage die Verarmung der Masse zur Bereicherung einiger weniger ist. Die andauernden Forderungen wirtschaftsfreundlicher Politiker wie dem Demokratischen Gouverneur Jay Inslee nach Zugeständnissen knüpfen an die Rolle der Obama-Regierung im Jahr 2009 an, die mit Unterstützung der United Auto Workers die Arbeiter von General Motors und Chrysler zwang, eine dauerhafte Lohnsenkung um 50 Prozent für neu eingestellte Mitarbeiter zu akzeptieren.

Die UAW, IAM und andere Gewerkschaften unterstützen allesamt Obamas "Insourcing"-Politik, mit der Konzerne durch eine drastische Senkung der Produktionskosten und eine Verschärfung der Ausbeutung der Arbeiter in den Vereinigten Staaten angeregt werden sollen, die Produktion aus China, Mexiko und anderen Niedriglohnländern wieder in die USA zurückzuverlagern. Das ermöglicht den Gewerkschaftsvorständen große Gewinne zu machen. Beispielsweise verdient die UAW 1,75 Milliarden Dollar an Chrysler-Aktien. Als Gegenleistung hat sie ihre Mitglieder verraten.

Die einfachen Arbeiter müssen der IAM die Kontrolle über den Kampf bei Boeing entreißen. Sie sollten Basiskomitees in den Fabriken wählen, die aus den militantesten und vertrauenswürdigsten Arbeitern bestehen, um den Kampf zur Mobilisierung der gesamten arbeitenden Bevölkerung der Region Puget Sound gegen Boeings Erpressungsversuche voranzutreiben und die Arbeitsplätze und den Lebensstandard aller Arbeiter zu verteidigen. Sie sollten Unterstützungsappelle an Arbeiter in den gesamten Vereinigten Staaten und an Arbeiter in der Luftfahrtindustrie im Rest der Welt, wie bei Airbus, richten, die unter ähnlichen Angriffen zu leiden haben.

Dies muss der Beginn einer industriellen und politischen Gegenoffensive der ganzen Arbeiterklasse werden. Wenn sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze, Krankenversicherung, Renten und andere grundlegende Dinge verteidigt werden sollen, müssen die sozialen Rechte der Arbeiterklasse Vorrang vor dem angeblichen Recht der Wirtschafts- und Finanzelite haben, die Gesellschaft zu plündern.

Die Antwort auf Boeings Drohungen ist die Verstaatlichung des Konzerns und der ganzen Luftfahrtindustrie und ihre Umwandlung in öffentliches Eigentum. Die großen Konzerne und Banken müssen unter die Kontrolle der Arbeiter gestellt werden und die ganze Wirtschaft muss auf der Grundlage umgestaltet werden, statt privatem Profitstreben menschliche Bedürfnisse zu erfüllen.

Um dafür zu kämpfen, brauchen die Arbeiter eine politische Organisation, die von den beiden Parteien des Großkapitals und allen, die das Profitsystem verteidigen, unabhängig ist. Die Socialist Equality Party kämpft für den Aufbau einer Massenpartei der Arbeiterklasse, um die wirtschaftliche und politische Diktatur der Banken und des Großkapitals durch eine Arbeiterregierung, echte Demokratie und Sozialismus zu ersetzen.

Wir rufen alle Boeing-Arbeiter, die diesen Kampf aufnehmen wollen, dazu auf, sich mit der SEP in Verbindung zu setzen.