Washington und sein ukrainisches Marionettenregime bereiten neues Blutbad in Odessa vor

Von Alex Lantier
7. Mai 2014

Nach dem faschistischen Massaker an prorussischen Demonstranten in Odessa am Freitag hat das amerikanische Marionettenregime in Kiew am Montag Einheiten der Nationalgarde in die Stadt entsandt. Der Einsatz der Nationalgarde, einer Streitmacht, die das Kiewer Regime nach dem von Faschisten angeführten Putsch im Februar aufgebaut hat, und die bei der Unterdrückung von Protesten in anderen Teilen der Ukraine eng mit der Neonazimiliz Rechter Sektor zusammengearbeitet hat, muss der Arbeiterklasse eine Warnung sein.

Es kommen bereits Berichte auf, laut denen in der Stadt große Angst davor herrscht, dass in den kommenden Tagen rechtsextreme antisemitische Gewalt ausbrechen werde. Die Nationalgarde nahm am Montag den Streifendienst auf, während die Empörung der Bevölkerung über das Massaker vom Freitag wächst.

Nach den Massenprotesten am Sonntag, deren Ziel es war, die Freilassung von prorussischen Demonstranten zu erzwingen, die von der Polizei verhaftet wurden, legten die Einwohner von Odessa am Montag Blumen vor dem ausgebrannten Gewerkschaftsgebäude in Odessa ab und erwiesen den Opfern des Massakers die Ehre. Die Lehrerin Nadeschda Jelentschuk sagte zu AP: "Das ist eine Tragödie für die ganze Ukraine. Das ist das Ergebnis des Bürgerkriegs, der in der Ukraine bereits begonnen hat."

Alles deutet darauf hin, dass das Massaker ein weiteres faschistisches Verbrechen war, das vom Kiewer Regime und seinen amerikanischen und europäischen Hintermännern vorbereitet wurde, um die Bevölkerung der Stadt durch Terror einzuschüchtern. Angesichts der Tatsache, dass Kräfte wie der Rechte Sektor offen die ukrainischen Faschisten verherrlichen, die während des Holocaust mit den Nazis zusammengearbeitet haben, herrscht vor allem unter der 30.000 Einwohner starken jüdischen Gemeinde Odessas - einer der größten der Ukraine - große Beunruhigung.

Mehrere Anführer der Gemeinde erklärten in der Jerusalem Post, sie würden die Auswanderung der Juden aus der Stadt vorbereiten. Rabbi Refael Kruskal - das Oberhaupt der Organisation Tikwa, die Waisenhäuser und Schulen betreibt und Sozialleistungen für ältere Stadtbewohner stellt - diskutierte die Maßnahmen, die sie nach dem Massaker vom Freitag unter Führung von Kräften des Rechten Sektors und von Fußballhooligans getroffen hatten.

"Über das Wochenende haben wir die Synagoge [Großer Choral] geschlossen“, erklärte Kruskal der Post. "Wir holten alle Schüler aus dem Stadtzentrum, wo die Gewalt stattfand, weil wir Angst hatten, dass sie sich ausbreitet. Wir schickten allen in der Gemeinde eine Nachricht über WhatsApp, sie sollten über das Wochenende zuhause bleiben."

Kruskal fügte hinzu, er habe damit gerechnet, dass es in Odessa am 9. Mai, dem traditionellen Gedenktag des Sieges der Sowjetunion und der Alliierten über das Dritte Reich und des Endes des Zweiten Weltkriegs, zu massiver Gewalt kommen könne. "Das nächste Wochenende wird sehr gewalttätig werden," behauptete er.

Er bestätigte, dass es Pläne gibt, laut denen die jüdische Bevölkerung von Odessa die Stadt verlassen oder sogar aus der Ukraine fliehen werde. "Wenn in den Straßen geschossen wird, ist der erste Plan, die Kinder aus dem Stadtzentrum zu holen. Wenn es schlimmer wird, bringen wir sie aus der Stadt raus. Wir haben Pläne, sie aus der Stadt zu bringen, wenn nötig sogar in ein anderes Land - wir ziehen es vor, nicht über diese Pläne zu reden, aber sie sind ausgearbeitet."

Kruskals Äußerungen schlossen sich Vertreter mehrerer Gemeindeorganisationen an, die in höchster Alarmbereitschaft sind. Rabbi Abraham Wolf von der chassidischen Gemeinde Chabad erklärte, sie hätten eine Reihe von Plänen für den Fall, dass sich die Lage soweit verschlechtert, dass eine Evakuierung notwendig wird: "Wir stehen in Kontakt mit den Behörden und Sicherheitsdiensten, und wir kontrollieren die Lage alle halbe Stunde."

In der Zwischenzeit sind in den ukrainischen und russischen Medien Berichte aufgekommen, die überzeugend beweisen, dass das Massaker von Odessa am Freitag ein kaltblütig geplanter Akt von staatlichem Mord war, und viel tödlicher als Anfangs gemeldet wurde. Der stellvertretende Vorsitzende des Regionalrates von Odessa, Wadim Sawenko, behauptete, bei dem Massaker seien nicht, wie ursprünglich angegeben 42 Menschen getötet worden, sondern 116. Dieser Behauptung schloss sich der ehemalige ukrainische Präsidentschaftskandidat Oleg Zarjew an, der in der Zeitung Wsgljad erklärte: "Laut unseren Informationen sind bei dem Brand des Gewerkschaftsgebäudes über einhundert Menschen umgekommen. Die Polizei wollte niemanden reinlassen, um die Zahl der Toten zu verschleiern."

Die Versuche des Kiewer Regimes, den Brandanschlag der Faschisten auf das Gewerkschaftsgebäude in Odessa mit der Behauptung zu erklären, sie seien von prorussischen Demonstranten provoziert worden, die auf Demonstranten des Rechten Sektors geschossen hätten, die daraufhin das Gewerkschaftsgebäude anzündeten, werden inzwischen in Frage gestellt.

Die regierungstreuen Demonstranten stellten Videos ins Internet, auf denen zu sehen ist, wie Bewaffnete mit roten Armbinden von Stellungen, die von der ukrainischen Bereitschaftspolizei kontrolliert werden, auf regierungsfreundliche Demonstranten feuern. Das deutet stark darauf hin, dass die Schüsse auf die regierungstreuen Kräfte eine Provokation waren, die nicht von den prorussischen Demonstranten, sondern vom Kiewer Regime organisiert wurde.

Die Bereitschaftspolizei stellte sich nicht auf die Seite der prorussischen Demonstranten sondern auf die der Kiewer Regierung. Sie verhaftete keinen der regierungstreuen Schläger, die das Gewerkschaftsgebäude angegriffen hatten, dafür jedoch viele prorussische Demonstranten. Allerdings wurde kein einziger Beamter der lokalen Polizei verhaftet, weil er den prorussischen Kräften geholfen hätte.

Die Kräfte, die auf die Demonstration der Regierungsanhänger geschossen haben, scheinen zusammen mit der Polizei als Verbündete von Kiew gehandelt zu haben und versuchten, eine blutige Konfrontation heraufzubeschwören. Es stehen auch Vorwürfe im Raum, dass viele der Toten im Gewerkschaftsgebäude nicht von dem Feuer getötet wurden, das die Faschisten mit Molotowcocktails gelegt hatten, wie anfangs behauptet wurde, sondern von Kämpfern des Rechten Sektors und Hooligans, die in das Gebäude eindrangen und ein Massaker anrichteten.

Eindringliche und verstörende Fotos, die nach dem Massaker in dem Gewerkschaftsgebäude gemacht und in russischen Medien veröffentlicht wurden, zeigen, dass einige der Opfer scheinbar verbrannt sind, andere jedoch nicht. Eine schwangere Frau wurde, scheinbar erwürgt, tot vorgefunden. Ihre Kleidung war intakt, sie lag in einem Raum, der nicht von Feuer oder Rauch beschädigt war. Ein anderer Mann wurde scheinbar mehrfach in den Kopf geschossen. Mehrere Opfer haben grauenhafte Verbrennungen, allerdings seltsamerweise nur am Kopf und am Oberkörper - als seien sie zuerst getötet und dann teilweise mit Benzin übergossen und angezündet worden. Eine Frau scheint vergewaltigt worden zu sein, bevor ihr Oberkörper angezündet wurde.

Die schreckliche Gewalt der faschistischen Anhänger des Kiewer Regimes ist ein Armutszeugnis für die Nato-Mächte, die in Kiew durch einen faschistischen Putsch ein nicht gewähltes und unpopuläres Regime an die Macht gebracht haben. Während das Kiewer Regime seine Militäroperationen fortsetzt, um die bewaffneten prorussischen Demonstranten in der Region Donezk in der Südostukraine niederzuschlagen, bereitet es neues Blutvergießen vor und stürzt die Ukraine noch tiefer in den Bürgerkrieg und riskiert eine russische Militärintervention gegen regierungstreue Kräfte. Dieses Vorgehen hat die Welt an den Rand eines Weltkrieges gebracht.

Das Kiewer Regime steht unter immensem Druck von Washington und den europäischen imperialistischen Mächten, und ihren eigenen faschistischen Anhängern, Odessa um jeden Preis zu halten. "Der mögliche Verlust von Odessa im Südwesten und von Teilen der Ostukraine könnte für die neue Regierung katastrophal sein. Sie könnte den Zugang zum Schwarzen Meer vollständig verlieren," schrieb die Montreal Gazette.

Der Internationale Währungsfonds, dessen Sitz in Washington DC liegt, hat angedroht, Kiew Kredite in Milliardenhöhe zu verweigern und neu zu verhandeln, wenn es die Kontrolle über die Süd- und Ostukraine verliert, obwohl das Land vor dem Staatsbankrott steht.

Vor allem üben Washington und seine europäischen imperialistischen Verbündeten Druck auf ihr Marionettenregime in Kiew aus, den Widerstand im Inland niederzuschlagen. US-Präsident Barack Obama erklärte am Freitag bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, während gleichzeitig das faschistische Massaker stattfand: "Die ukrainische Regierung hat das Recht und die Verantwortung, Recht und Ordnung innerhalb ihres Territoriums aufrecht zu erhalten." Obama lobte Kiew ekelhafterweise für seine "Selbstbeherrschung."

Das Massaker von Odessa enthüllt auch die reaktionäre Rolle der amerikanischen Medien, vor allem durch deren Verharmlosung der Folgen, die sich aus der Unterstützung der USA für faschistische Kräfte wie den Rechten Sektor und die Swoboda ergeben - die in der Kiewer Regierung mehrere wichtige Ministerposten innehat.

Andrew Higgins von der New York Times schrieb einen Artikel mit dem Titel "Unter den ukranischen Juden herrscht mehr Angst vor Putin als vor Pogromen“, in dem er Warnungen vor der Rolle der Faschisten in Kiew als "Panikmache" des russischen Präsidenten Wladimir Putin zurückwies. Higgins verwies wohlwollend auf die Ernennung des jüdischen Wirtschaftsoligarchen Igor Kolomoiski zum Gouverneur von Dnjepropetrowsk und die leeren Versprechen von Dmytro Jarosch, dem Führer des Rechten Sektors, Rassismus zu bekämpfen, und bezeichnete sie als Beweis für die guten Absichten des Kiewer Regimes. Das Massaker von Odessa am Freitag und die eskalierenden Vorbereitungen auf weiteres Blutvergießen entlarven dies als reaktionäre Vertuschung durch das amerikanische Marionettenregime in Kiew.