Daten des russischen Militärs deuten auf Rolle der Ukraine bei Flugzeugabsturz hin

Von Alex Lantier
23. Juli 2014

Das russische Verteidigungsministerium präsentierte am Montag auf einer Pressekonferenz detaillierte Radar- und Satellitenbilder über die Bewegungen von Truppen auf der Seite des ukrainischen Regimes in Kiew vor dem Absturz des Malaysian Airlines-Fluges MH17. Diese Daten werfen ernsthafte Fragen bezüglich einer möglichen Beteiligung des Kiewer Regimes und seiner westlichen Hintermänner an dem Absturz auf.

Die Beweise wurden von Generalleutnant Andrei Kartopolow präsentiert, dem Vorsitzenden des Hauptoperationsdirektorates der russischen Streitkräfte. Sie zeigen, dass MH17 von einem ukrainischen Kampfflugzeug angeflogen wurde und zum Zeitpunkt des Absturzes in Reichweite ukrainischer Buk-Flugabwehrraketen und des Feuerleitradars war. Die russischen Daten bestätigen russische und europäische Medienberichte, die sich auf Kiewer Fluglotsen berufen und behaupten, ukrainische Flugzeuge und Fluglotsen hätten das Flugzeug kurz vor dem Absturz aufmerksam verfolgt.

Kartopolow legte Radardaten vor, die zeigten, dass ein ukrainisches Jagdflugzeug, scheinbar ein Suchoi-25-Jäger, dem malaysischen Passagierflugzeug folgte. "Ein Flugzeug der ukrainischen Luftwaffe wurde entdeckt; es gewann an Höhe und war etwa drei bis fünf Kilometer von der malaysischen Boeing entfernt," erklärte er. "[Wir] hätten gerne eine Erklärung dafür, warum die Militärmaschine neben dem zivilen Flugkorridor flog, und fast zur gleichen Zeit und auf der gleichen Höhe wie ein Passagierflugzeug."

Dieses Jagdflugzeug, erklärte Kartopolow, sei selbst in der Position gewesen, das Passagierflugzeug mit einer Rakete zu zerstören. "Die SU-25 kann gemäß ihren Angaben eine Höhe von zehn Kilometern erreichen. Sie ist mit R60-Abfangraketen ausgerüstet, die ein Ziel in einer Entfernung von bis zu zwölf Kilometern treffen können, garantiert jedoch in bis zu fünf Kilometern."

Kartopolow führte aus, während MH17 von einem ukrainischen Jagdflugzeug angeflogen worden sei, "wich es von seinem Kurs nach Norden ab. Die maximale Abweichung betrug vierzehn Kilometer."

Kartopolow zeigte außerdem russische Satellitenbilder vom 14. Juli, die ukrainische Boden-Luft-Raketenbatterien vom Typ Buk zeigen – die Art Rakete, von der Washington behauptet, sie habe den Flug MH17 abgeschossen. Diese Raketen sind bei Lugansk stationiert und bei einer ukrainischen Radarstation nahe Donezk.

Am 17. Juli, dem Tag des Absturzes von MH17, wurde jedoch eine der Raketenbatterien aus diesem Gebiet an einen Standort verlegt, von dem aus sie auf Flug MH17 hätte schießen können.

Diese Verlagerung des Raketenwerfers ist äußerst ungewöhnlich, da die ukrainischen Buk-Raketen in ein Gebiet nahe der Hauptzentren der prorussischen Separatisten verlegt wurden. Man muss sich fragen, warum das Kiewer Regime es riskiert hat, eine Raketenbatterie an einem so ungeschützten Standort zu stationieren. Russische Bilder nach dem Absturz vom 18. Juli zeigten jedoch, dass diese Raketenbatterie danach wieder an ihren vorherigen Platz zurückgeschickt wurde.

Kartopolow erklärte außerdem, russische Truppen hätten eine erhöhte elektronische Aktivität von Radarstationen entdeckt, die Zielinformationen an die ukrainischen Buk-Batterien übermittelten.

"Am 17. Juli hat sich die Aktivität der ukrainischen Radarstationen auf das Maximum erhöht," erklärte er und fügte hinzu, am 15. Juli seien in der Region sieben Radarstationen aktiv gewesen, acht am 16. Juli und neun am 17. Juli. Am 18. Juli jedoch waren nur vier in Betrieb, am 19. Juli nur zwei.

Er forderte Washington außerdem auf, die Daten eines amerikanischen Satelliten zu veröffentlichen, laut denen russische Truppen zum Zeitpunkt des Absturzes in die Ostukraine eingedrungen seien. Vertreter der US-Regierung erklärten zwar, ihre Satelliten hätten die Hitzesignatur vom Abschuss einer Rakete kurz vor dem Absturz von MH17 entdeckt, weigerten sich aber bisher, Satellitendaten zu veröffentlichen, auf denen sich identifizieren ließe, wer ihrer Meinung nach die Rakete abgefeuert hat.

"Vertreter der USA erklären, dass sie Satellitenbilder hätten, die bestätigen würden, dass [die Rakete], die auf das malaysische Flugzeug abgeschossen wurde, von einer Miliz kam. Aber niemand hat diese Bilder gesehen," sagte Kartopolow.

Kartopolows Präsentation ist eine verheerende Entlarvung der die Sinne vernebelnden Propagandakampagne der westlichen Regierungen und der Medien, in denen die Behauptung, Russland und prorussische Separatisten, die in der Ostukraine gegen das Kiewer Regime kämpfen, seien für den Absturz verantwortlich. Diese grotesk einseitige Darstellung, die die Möglichkeit eines Tricks des Kiewer Regimes völlig ausschließt, ist ein Betrug, durch den die Öffentlichkeit über grundlegende Tatsachen hinter dem Absturz im Dunkeln gehalten werden soll.

Die detaillierten Beweise, die Russland vorgelegt hat, und Washingtons Stillschweigen deuten stark darauf hin, dass die Daten der US-Regierung ihre eigene Propagandakampagne gegen Russland nicht nur nicht unterstützen, sondern sogar unterminieren und auf das Kiewer Regime hindeuten.

Daraus ergibt sich unmittelbar die Frage nach der Verantwortung der westlichen imperialistischen Mächte, vor allem von Elementen im amerikanischen Staat, für die Zerstörung von MH17. Die faschistischen Milizen und Einheiten der Nationalgarde, die Kiew in der Ostukraine eingesetzt hat, arbeiten eng mit CIA-Agenten und Söldnern der amerikanischen Firma zusammen, die früher als Blackwater bekannt war.

Bezeichnenderweise hat Obama zwar mehrfach über die Ukraine-Krise gesprochen, um Russland zynisch zu verurteilen, er selbst hat aber nie formell dazu Stellung bezogen, wer den Abschuss von MH17 angeordnet hat.

Am Freitag erklärte Obama beispielsweise: "Ich denke, es ist noch zu früh, als dass wir in der Lage wären herauszufinden, welche Absichten diejenigen hatten, die die Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben... Hinsichtlich der Identifizierung, welches Individuum oder welche Gruppe von Individuen, Sie wissen schon, wessen Personal den Angriff angeordnet hat, oder wie es dazu kam – das sind Dinge, für die wir noch zusätzliche Informationen brauchen, die wir sammeln werden."

Der US-Präsident hat seither noch keine spezifische Stellungnahme zu der Frage abgegeben, wer die Rakete abgefeuert hat. Wenn Teile der US-Regierung und ihre Verbündeten in der Ukraine den Anschlag auf MH17 verübt haben, ist es nicht sicher, dass Obama von der Operation weiß – eine Tatsache, die seine zweideutigen und unsicheren Aussagen erklären könnte, obwohl er die Drohungen gegen Russland verschärft.