Kiew setzt faschistische Milizen gegen Donezk ein

Von Niles Williamson
14. August 2014

Die ukrainische Regierung finanziert faschistische Schlägertruppen und setzt sie als Speerspitze ihrer Operationen in Vorbereitung auf die Massenvernichtung der pro-russischen Separatisten und Zivilisten in der Stadt Donezk ein.

Die Regierung in Kiew hat diese faschistischen Gruppen auf die ukrainische Bevölkerung mit voller Unterstützung und Rückendeckung der USA, Deutschlands und anderer europäischer Mächte losgelassen. Das Asowsche Neonazi Bataillon hat eine Schlüsselrolle bei der Einkesselung von Donezk und der Eroberung und Öffnung von Checkpoints der Rebellen gespielt. Letzte Woche wurde das Bataillon der 51. Mechanisierten Brigade vorgeschickt, um Checkpoints der prorussischen Separatisten im Westen der Vorstadt Marinka anzugreifen und einzunehmen.

Im April erließ der Ukrainische Innenminister Arsen Awakow eine Anordnung, welche die Schaffung von Spezialeinheiten erlaubte, um den prorussischen Separatisten entgegenzutreten. Dadurch erhielten verschiedene faschistische paramilitärische Gruppen die Genehmigung des Staats und ihnen wurde Straflosigkeit für ihr Handeln garantiert. Neben dem Asowschen Bataillon wurden andere rechte Milizen organisiert um die Separatisten zu bekämpfen, z.B. die Bataillone Dnipro, Donbass und Charkiw.

Das Asowsche Bataillon, das vom milliardenschweren Oligarchen und ernannten Gouverneur im Oblast Dnipropetrowsks, Igor Kolomoiski, finanziert wird, wird von Andrei Biletzki geführt. Biletzki leitet die Neonazi-Gruppe Sozialnationale Versammlung (SNA) und deren paramilitärischen Flügel, die Patrioten der Ukraine.

Biletzkis SNA, deren Mitglieder einen erheblichen Teil des Asowschen Bataillons stellen, unterstützt den Erwerb von Atomwaffen durch die Ukraine und die Einführung von Rassenreinheitsgesetzen. Sie prahlen öffentlich auf ihrer Website mit körperlichen Übergriffen auf ethnische und soziale Minderheiten. In seinem jüngsten antisemitischen Ausbruch schrieb Biletzki: "Der historische Auftrag unserer Nation in diesem kritischen Moment ist es, die weißen Rassen der Welt in einem letzten Kreuzzug für ihr Überleben anzuführen. Einen Kreuzzug gegen die von den Semiten angeführten Untermenschen".

Das Asowsche Bataillon hat die Neonazi-Wolfsangel auf seiner Fahne, ein Symbol das von der zweiten SS-Panzerdivision und anderen Nazi-Truppen im Zweiten Weltkrieg benutzt wurde. Mitglieder des Bataillons sind sehr stolz auf ihre weiße Vorherrschaft und ihre antisemitische Ideologie. Der Telegraph zitiert einen Kämpfer mit dem Namen "Phantom": "Persönlich bin ich ein Nazi. Ich hasse nicht alle anderen Nationalitäten, aber ich glaube, dass jede Nation ein eigenes Land haben sollte. Wir verfolgen ein Ziel: Unser Land von Terroristen zu befreien".

Oleg Lyashko, ein Mitglied der Werchowna Rada und Führer der Radikalen Partei, ist ein führendes Mitglied und einer der wichtigsten Gönner des Asowschen Bataillons. In einem Video das auf YouTube veröffentlicht wurde, verhögrt er Igor Kakidzyanov, den Verteidigungsminister der Volksrepublik Donezk, der vom Asowschen Bataillon gefangen genommen wurde. Lyashko, der dafür bekannt ist seine Gegner einzuschüchtern und körperlich zu misshandeln, hat bei ukrainischen Präsidentschaftswahl 2014 acht Prozent der Stimmen gewonnen.

Kolomoiski, der zweitreichste Mann der Ukraine und Mitbegründer der Privatbank, ist bekannt für seine finanzielle Unterstützung von rechten, prowestlichen Kräften im Land. Die UDAR Partei des Boxers und Maidan Protestführers Vitali Klitschko wurde hauptsächlich von ihm finanziert. Er unterstützte die Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko und finanzierte angeblich Oleg Tjanybok, den Anführer der faschistischen Swoboda Partei. Berichten zufolge stellte er im April zehn Millionen Dollar bereit, um das Dnipro-Bataillon zu schaffen.

Das Asowsche Bataillon hat faschistische Elemente aus Ländern außerhalb der Ukraine angezogen, darunter aus Schweden, Italien, Frankreich, Kanada und Russland. Mikael Skillt, einer der prominentesten ausländischen Kämpfer der Gruppe, war Mitglied der Neonazi-Partei Svenskarnas in Schweden.

Die Mobilisierung des faschistischen Drecks durch die ukrainischen Oligarchen im Krieg gegen die Menschen der östlichen Ukraine stellt eine Anklage aller westlichen Unterstützer der rechtsextremen Maidan Protestbewegung dar, die zur Machtübernahme des derzeitigen Regimes in Kiew geführt hat.

Die WSWS warnte von Anfang an vor der Gefahr, die von der Beteiligung dieser faschistischen Organisationen an dem von den USA und Deutschland unterstützten Putsch im Februar ausging, insbesondere von Swoboda und dem Rechten Sektor. Wir schrieben: "Tatsache ist, dass zum ersten Mal seit 1945 eine erklärtermaßen antisemitische, pro-Nazi Partei zentrale Hebel staatlicher Macht in einer europäischen Hauptstadt kontrolliert, mit freundlicher Genehmigung des amerikanischen und europäischen Imperialismus". "Die nicht gewählte ukrainische Regierung von Arsenij Jazenjuk, der von den USA ernannt wurde, umfasst nicht weniger als sechs Minister aus der faschistischen Swoboda Partei".

Die Warnungen der WSWS wurden auf tragische Weise durch die mörderische Offensive bestätigt, die diese rechten Kräfte nun entfesseln.

Militäroperationen im Osten der Ukraine, an denen die faschistischen Elemente beteiligt waren, haben tausende Tote und Verwundete gefordert und Hunderttausende aus ihren Häusern vertrieben. Massengräber mit Leichen von Rebellen wurden im Juli in Slavjansk entdeckt, nachdem die Stadt von den ukrainischen Streitkräften und rechten Milizen eingenommen wurde.

Mark Galeotti, ein Experte für russische und ukrainische Sicherheitsfragen an der New York University, warnte vor dem wachsenden Einfluss dieser faschistischen Elemente, die aus der ganzen Welt rekrutiert und vom Regime in Kiew ausgebildet werden. Er sagte: "Gefährlich ist, dass sich für die Zeit nach dem Krieg ein toxisches Gebräu zusammenbraut ". "Und was tun die Menschen wenn der Krieg vorbei ist und die Asow-Veteranen prahlend die Hauptstraße entlang pöbeln?“